KKvZ KL! im Interview - “Seemannsgarn”

Tags:

Vor einigen Tagen standen wir der Chosen Few Hamburg (CFHH) für deren Kurvenorgan, den “Seemannsgarn”, Frage und Antwort. Der “Seemannsgarn” erscheint bei jedem Heimspiel des Hamburger SV in einer großen Auflage (1350 Stück), beschäftigt sich mit vergangenen und kommenden Spielen des HSV, interviewt Vertreter der Fanszenen des Gegners und des eigenen Vereins und erfreut sich mit vielen lesenswerten Artikeln in der hiesigen Fanszene großer Beliebtheit.
Auf diesem Wege bedanken wir uns herzlich für die Zusammenarbeit und wünschen den Machern des Seemannsgarns weiterhin viel Erfolg und Gehör.

Das Interview mit Kein Kick vor Zwei! Kaiserslautern haben wir in den folgenden Zeilen bereitgestellt, die komplette Ausgabe des Seemannsgarns kann man sich hier herunterladen.

Interview Seemannsgarn - Kein Kick vor Zwei! Kaiserslautern

Seemannsgarn: Erzählt doch mal erst wie es zu der Gründung von KKVZ-KL kam, und wie der Stand der Dinge Heute ist..

Kein Kick vor Zwei! Kaiserslautern: “Als die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) in der Sommerpause ihre Pläne zu den Anstoßzeiten der Spielzeit 2009/2010 verkündete haben wir uns in Kaiserslautern innerhalb der aktiven Szene Gedanken gemacht, wie wir dagegen vorgehen können. Schnell bildete sich unter dem Vorbild der bundesweiten Initiative “Kein Kick vor Zwei” eine Arbeitsgruppe, welche schon bald unter der Flagge von “Kein Kick vor Zwei! Kaiserslautern” erste Aktionen in`s Auge fasste. Der Kontakt zu den “Kein Kick vor Zwei” Initiatoren kam recht schnell und problemlos zu Stande und seitdem ergänzt man sich sehr positiv und steht in regelmäßigem Kontakt.
Der heutige Stand der Dinge ist leider nicht sehr positiv. Die fanverachtenden Pläne zu den neuen Anstoßzeiten sind mittlerweile beschlossen und bis auf den FC St.Pauli hat jeder der 36 Vereine den Plänen zugestimmt. Dadurch ist die Motivation in unseren Reihen verständlicherweise auch etwas abgeflacht, jedoch sind wir bemüht unser Engagement weiter auf einem hohen Level zu halten um das Thema nicht einschlafen zu lassen.

SG: Wie wird das Projekt von dem normalen Zuschauer bei Euch angenommen,
bzw. wie informiert Ihr die Leute im Stadion?

KKvZ KL: “Das Ganze entwickelte sich bei uns in Kaiserslautern während der Hinrunde äußerst positiv.
Unsere Infostände, an denen die Postkarten an die DFL losgeschickt werden konnten, wurden von einer großen Zahl der FCK Fans angenommen. Viele ältere Fans und sogar ganze Familien mit ihren Kindern kamen auf uns zu, um Postkarten an die DFL loszuschicken und unterstützten uns durch Geldspenden und lobende Worte.
Bei der Durchführung unserer verschiedenen Aktionen konnten wir uns stets auf die Aufmerksamkeit und die Hilfe der gesamten Kurve verlassen. Wir haben mittlerweile eine eigene Internetpräsenz,
auf der wir unter Anderem ein Kontaktformular anbieten. Jeder interessierte FCK Fan kann sich hier für einen Newsletter anmelden, über den wir regelmässig unsere Aktionen ankündigen. Mittlerweile stellen wir im Stadion keine eigenen Infostände mehr, weisen die Leute aber stets darauf hin sich bei Fragen direkt an die Leute bei den Ständen der einzelnen Gruppen zu wenden.”

SG: Bekommt Ihr Unterstützung von Eurem Verein, oder stößt Ihr dort auf
taube Ohren? Habt Ihr schon mal die Chance bekommen, Euer anliegen den
Leuten von der DFL vorzustellen?

KKvZ KL: “Auf der Jahreshauptversammlung unseres Vereins im Dezember letzten Jahres haben wir den Antrag gestellt, dass sich die Vereinsvertreter des 1.FC Kaiserslautern e.V. auf zukünftigen DFL-Sitzungen für fanfreundliche Anstoßzeiten aussprechen. Der Antrag wurde durch die anwesenden Mitglieder(über 1.000) ohne jegliche Gegenstimme bestätigt. Also sind wir auf dieser Ebene positiver Dinge, das in unser Macht stehende getan zu haben um hier in jedem Falle ein Mindestmaß an Unterstützung durch den FCK zu erhalten.
Wir hoffen, dass sich der Verein an seinen Auftrag hält, den er durch die Mitgliederversammlung zugeteilt bekommen hat und dementsprechend bei der nächsten Sitzung der DFL Stellung beziehen wird. Zudem spekulieren wir darauf, dass sich Fans/Fanvereinigungen anderer Verine ein Beispiel an dieser Vorgehensweise nehmen und so ein wirkungsvoller “Schneeballeffekt” unter den Fanszenen entsteht.
Um eine direkte Kontaktaufnahme mit der DFL haben wir uns bisher nicht bemüht. Jedoch haben wir vor knapp 4 Wochen einen offenen Brief an die DFL verfasst, indem wir die bisher nicht terminierten Saisonspiele des FCK bis zu Saisonende festgelegt haben. Der Brief ist unter Anderem auf unserer Homepage einsehbar und erzielte ein mediales Echo, mit dem wir zufrieden sein können.”

SG: Wie läuft die Kommunikation mit den anderen Szenen, seid Ihr
zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Aktion?
Würdet Ihr Euch mehr Unterstützung von den anderen Szenen (auch aus der
ersten Liga) wünschen?

KKvZ KL: “Die Kommunikation mit den Iniatoren der deutschlandweiten Iniative und die mit der “Nürnberger Initiative für fanfreundliche Anstoßzeiten (NIFA)” kann man als gut bezeichnen.
Natürlich würden wir uns mehr Engagement von anderen Szenen, speziell aus der 1.Liga wünschen. Die Medienaufmerksamkeit für unsere Anliegen würde dadurch in jedem Fall gefördert werden. Zudem muss sich jede Fanszene der 1.Liga darüber bewusst sein, dass die Ausmaße der Spieltagszerstückelung irgendwann auch in der 1.Liga ankommen kann und die Umsetzung der Pläne in der 2.Liga wohl auch als eine Art “Testlauf” dient. Gemeinsam könnten wir hier viel erreichen, dafür sprechen unsere Erfolge in Kaiserslautern oder die in Nürnberg.
Auch in der zweiten Liga würden wir uns mehr Engagement von anderen Vereinen bzw. deren Fans wünschen, jedoch ist das Feld der fähigen Fanszenen hier etwas dünner gesät als in der 1.Liga und manche Szenen, die durchaus in der Lage dazu wären größere Aktionen zu starten, entziehen sich der Problematik fast komplett.
Es lohnt sich jedoch in jedem Fall Energie in die Sache zu stecken, schließlich ist es bei einem solch brisanten Thema einfacher als je zuvor alle Fans hinter sich zu bringen, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Fanszene(n) ein Stück weit gegen den scheinbar übermächtigen Gegner “DFL” zu einen.”

SG: Leider seid ja gerade Ihr von dem Montags/Freitags Terror extrem
betroffen (Lautern hat mega viele Spiele am Freitag und Montag gehabt),
wie geht Ihr als Szene damit um - sitzt der Stachel gerade dadurch
besonders Tief?

KKvZ KL: “Die Ansetzungen unserer Spiele sind diese Saison wirklich als Extremfall zu bezeichnen. Schon nach dem 21. Spieltag dieser Saison hatten wir 8 Montagsspiele zu verzeichnen, was bei einem Montagsspiel pro Spieltag und 18 verschiedenen Mannschaften, also 9 Partien, wirklich einem Skandal nahe kommt.
Durch diese direkte Betroffenheit sitzt der Stachel in allen Teilen der Fanszene natürlich besonders tief und die Wut auf die Verantwortlichen wächst von Terminierung zu Terminierung.
Allerdings haben wir von vielen Stadionbesuchern schon am Anfang der Hinrunde, als wir begonnen haben die Postkarten zu verschicken, viel Rückendeckung erhalten. Die damaligen Pläne, die 2.Bundesliga um 12.30 anzupfeiffen hetzten die Leute damals auf. Nachdem diese irrsinnige Idee abgeschafft wurde, sind es jetzt wohl die vielen Montagsspiele, die uns Unterstützung aus der gesamten Fanszene garantieren.
Viele FCK Fans sind froh in uns eine Interessensvertretung gefunden zu haben und schätzen unsere Arbeit sehr, auch wenn sie kurzfristig gesehen aussichtslos erscheint.”

SG: Gerade in den letzten Tagen ging durch die Medien, dass viele
Amateurfußballer gegen die Planung der neuen Anstoßzeiten sind. Steht
Ihr mit diesen in Kontakt um noch mehr gehör zu kriegen?

KKvZ KL: “Eine direkte Konaktaufnahme hat bisher noch nicht stattgefunden, allerdings werden wir dieses Projekt eventuell bald angehen. Auffälligerweise finden die Anliegen der Amatuervereine in der Presse wesentlich mehr Aufmerksamkeit, als die Interessen der Fans. Sogar im Bundestag wurde über den Amateurboykott, der sich auf Teile des Ruhrgebiets konzentriert, debattiert und Vertreter aller Parteien warfen der DFL eine zu starke Entfernung von der Basis vor.
Grundlegendes Problem einer Zusammenarbeit ist hierbei, dass die Interessen der Amateurvereine nicht direkt mit unseren vereinbar sind. Die Amateure wollen an Sonntagen gar kein Bundesligaspiel, während unsereins sich ja die bekannte “Zwei” Uhr Grenze gesetzt hat.
Die Zukunft wird zeigen, wie es hier weitergeht!”

SG: Wie läuft die Zusammenarbeit mit der NIFA bzw Unsere Kurve? Steht
Ihr mit diesen in Kontakt oder macht eher jeder sein Ding?

KKvZ KL: “Mit der NIFA hat die Zusammenarbeit bei beiden Spielen gegeneinander super funktioniert. Wir führen einen regen Informationsaustausch mit den Leuten aus Nürnberg. Gerade vor größeren Aktionen gibt es einen.
Mit “Unsere Kurve” haben wir bisher keinen Kontakt gehabt. Wir hoffen, dass sich in naher Zukunft noch mehr Szenen für das Thema begeistern lassen und begreifen, dass man gemeinsam hier langfristig durchaus etwas erreichen kann. Denn über kurz oder lang betrifft es jeden von uns.”

Kein Kick vor Zwei! Kaiserslautern

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 13. Mai 2009 um 23:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Sonstiger Lesestoff abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

« Mottofahrt nach München - ein Rückblick – Die Hölle lieben - SKY boykottieren!!! »

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare.

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.

 

© admin – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)